Geistliches Wort

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

spannende Wahlen fanden in diesem Jahr statt. In Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wählten Bürger ihr neues Parlament. Bereits Wochen vorher war die Aufregung groß, wer die Gewinner und wer die Verlierer sein würden. Diskutiert wurde in den Medien, aber auch in Sachsen über mögliche gesamtgesellschaftliche Folgen für uns alle. Sogar Vertreter der Kirchen haben ihre Positionen eingebracht! Die Frage aber am Ende ist, wie ein jeder von uns sich positioniert hätte bzw. sich in unserem Land in Zukunft positionieren wird. Eigene Erfahrungen spielen hier eine Rolle und auch, wie wir unsere Alltagslebenswirklichkeit erleben. Als evangelische Christen können wir zudem unsere evangelische Identität einbringen.

Hierzu hilft der Spruch für den Monat Oktober. Er erinnert an ein wesentliches Erbe, das seit der Reformation für uns prägend ist – die Freiheit. Martin Luther entdeckte zu seiner Zeit den Glauben neu und fand heraus: Wenn wir Gott in unserem Leben regieren lassen, sind wir innerlich frei. Wir müssen uns nicht gleich einem Fähnchen im Winde an gesellschaftliche Stürme anpassen oder uns von ihnen unterjochen oder gar umhauen lassen. Sondern wir dürfen mit den Augen Gottes zunächst die Welt und unseren Alltag betrachten: Wir sehen nicht nur die Situation im Moment, so sehr sie auch brennen möge und uns beschäftigt. Sondern wir schauen mit den Augen des Ewigen weiter.

Die Bibel mit ihren Geschichten und Weisheiten leitet uns ganz praktisch hierzu an. Das Gespräch mit der Heiligen Schrift und anderen Christen lässt uns die Strukturen des eigenen Lebens als auch unserer Gesellschaft deuten. Wir werden gute Entwicklungen um uns herum wahrnehmen, Brüche zwischen Einzelnen und Völkern bereits im Vorfeld ergründen und Gefahren sowohl für Einzelne und als auch für den Frieden erkennen.

Viele Christen haben seit Martin Luther – nicht zuletzt in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts – auch in unserem Land und in unserer Stadt wegweisend gewirkt: Der Glaube ließ sie nicht nur eine eigene, christliche Position entwickeln. Sondern das Vertrauen in den ewigen Gott ließ sie vor allem immer auch eine Hoffnungsperspektive formulieren und Taten der Liebe vollbringen. So erwuchs eine Kraft selbst bei jenen, denen es nicht zu glauben gegeben war.

Mit solchem Segen dürfen wir rechnen, wenn wir die Worte des Apostels Paulus auch in unserer Zeit beherzigen: „So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“

Im Namen des Kirchenvorstandes sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Ihr Pfarrer Jan Schober

Monatsspruch August

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“

Galater 5,1

Monatsspruch November

„Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg.“

Jesaja 2,4

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